Dunstmaschinen und Hazer: Wenig Licht, viel Schatten

Es gibt nicht nur Nebelmaschinen. Sogenannte Hazer oder Dunstnebelmaschinen erzeugen ebenfalls Nebel. Sie arbeiten traditionell mit einem Kompressor und Zerstäuber, welche Spezialfluids (teils auf Ölbasis) zerstäuben. Sie funktionieren also nicht nach dem Verdampfungsprinzip, mit dem Nebelmaschinen den Nebel erzeugen.

Perfekter Nebel ohne Wolkenbildung

Dunstmaschinen eignen sich bestens, wenn man ohne weitere Mühen einen Raum in konstanten Dunst versetzen möchte. Der Hazer wird am Anfang des Abends ein- und am Ende ausgeschaltet und ist der Dunstausstoß an der Fernbedienung erst einmal richtig auf die Raumgröße eingestellt, hat man keine Probleme mehr mit Nebeln, Nachnebeln, zu wenig oder zu viel Nebel, und so weiter. Der Hazer ist daher oft bei Musicalproduktionen, Hallenkonzerten oder TV-Shows im Einsatz, wo man einen konstanten Dunst fürs Licht braucht.

Hazer Dunstmaschine

Staubsauger lässt grüßen

Doch Kompressor-Hazer haben extreme Nachteile. So viele, dass man sie fast nie in Partykellern oder Discos finden wird. Leider gehört zu den größten Nachteilen die Lautstärke: Hazer und vor allem ihre Kompressortechnik verströmen die Lautstärke und den Charm eines halb aufgedrehten Staubsaugers. Schon daher sind sie nur für größere Hallen geeignet, wo sie noch hinter die Bühne gestellt werden.

Langweiliger Dauerdunst

Hazer produzieren keine Nebelwolken. Was ein Vorteil sein kann, wird von Lichtdesignern auch als Manko empfunden. Denn frische Nebelwolken hier und da setzen bei Shows Akzente. Zwar liefert ein kontinuierlich laufender Hazer den zuverlässigeren Nebeloutput, doch der Nebel einer Nebelmaschine verteilt sich früher oder später ebenso und sieht dabei wesentlich interessanter aus.

Teure Maschinen und Spezialfluids

Eine Dunstmaschine kostet viel Geld. Ab 500 Euro ist man in etwa dabei. Das Fluid muss ein spezielles auf Ölbasis sein und ist viel schwieriger zu beziehen als normales Nebelfluid, welches im Zweifelsfall auch bei Elektronikkaufhäusern oder im Baumarkt zu erstehen ist.

Keine Chance im Freien

Der doch recht fadenscheinige Dunstschleier, welcher aus Hazern tritt, mag in Hallen (wo immer mindestens 2 solcher Geräte gleichzeitig zum Einsatz kommen) eine Chance haben. Im Freien jedoch nicht. Selbst bei der kleinsten Luftbewegung ist der Dunst von Winde verweht. Das gilt, wie ich selbst erleben durfte, selbst für große und hochprofessionelle Hazer wie den Antari Hz-500.

Hazer-Dunstmaschine-2

Genesis hatten bei ihrer 2007er-Abschiedstour durch die Stadien dieser Welt ganze 14 Maschinen dieser Art im Einsatz; 7 hinter der Bühne und 7 im Lichtgerüst auf mehreren Metern Höhe. Mit bescheidenem Erfolg: Der einzige wirklich sichtbare und für die Lichtshow genutzte Nebel kam aus 4 neben der Bühne platzierten 1500-Watt-Nebelmaschinen mit Lüftern davor. Vom Dunst der Hazer war höchstens hier und da ein kleines Rauchfähnchen zu sehen.

Vorteile

Die Vorteile von Hazern liegen für bestimmte Anwender auf der Hand: So sind die Geräte beispielsweise wartungsarm. Auch die Stromkosten halten sich bei einem Hazer-Anschlusswert von nur wenigen hundert Watt (das haben beim herkömmlichen Nebel nur die allerkleinsten Maschinen) in Grenzen. Zudem kann ohne ständig mit der Fernbedienung und Windmaschinen hantieren zu müssen, ein beständiger Dunst im Raum geschaffen werden – ideal für Hallenkonzerte und Musicals.

Nachteile

Die Lautstärke bringt vor allem in kleineren Locations oder Theatern Probleme mit sich. In größeren Hallen muss man Dunstmaschinen noch hinter der Bühnentechnik platzieren, sodass der Lärm nicht auffällt. Auch setzen Hazer keine wirklichen Akzente durch Nebelwolken. Das ist optisch sehr langweilig und nur in den wenigsten Fällen (TV-Studio) wirklich gewollt oder notwendig. Für Open Airs sind sie nicht geeignet, da die Nebelleistung nicht ausreicht.